Sparte-Theater

Abteilung Theater

– die etwas andere Sportart

Die Wurzeln der Theaterabteilung Aying reichen bis ins Jahr 1975 zurück. In diesem Jahr nämlich wurde die „Gymnastikabteilug der sportlichen Frauen“ unter der Leitung von Käthe Eberl gegründet. Ab dieser Zeit wurden durch die engagierten Damen immer wieder bunte Abende, Sportlerbälle oder auch mal ein Hoagascht auf die Beine gestellt. Und genau hier zeigten sich schon erste schauspielerische und kabarettistische Talente, die ihre Fähigkeiten in Form von lustigen Einlagen und Sketchen zeigen konnten und das Publikum mit viel Witz zum Lachen brachten.

Die Gründung

So war es naheliegend, dass 1978 von einigen Mitgliedern aus der Gymnastikgruppe eine eigenständige Theatergruppe gegründet wurde.Kleinere Stücke, wie „Der Hochzeiter“, „Schützenkönig“ oder „Zug nach Italien“, zumeist aufgeführt im Gasthof zur Post in Peiß, fanden großen Anklang.Wurden die Rollen, in manchen Fällen auch männliche, anfangs ausschließlich durch das weibliche Geschlecht besetzt, schlichen sich ab 1981 in dem Stück „Die Vertreter“ die ersten Männer in die Schauspielerszene ein.

Erster großer Auftritt

Mit dem ersten größeren Theaterstück, dem Einakter „die Scheidung“ von Weiß Ferdl, kam dann 1982 im Rahmen eines Hoagaschts im Gasthof zur Post in Peiß der große Durchbruch. Seit dieser Zeit waren die Theateraufführungen nicht mehr wegzudenken, sei es im Rahmen einer Sportler-Weihnachtsfeier, eines bunten Abends oder auch eines Seniorennachmittags. Ja, Sie entwickelten sich immer mehr zum Highlight und Zugpferd der jeweiligen Veranstaltung. Ende der 80ger Jahre kam ein weiterer Schritt Richtung „Professionalität“. Eine mobile Bühne mit eigenem Bühnenbild wurde errichtet.

Lange, harte Proben erforderlich

Bei den Theaterproben ging’s meist sehr „intensiv“ her und oftmals bis tief in die Nacht hinein. Man musste schließlich mit viel Einfallsreichtum und Kreativität, die sich dann erst zu späterer Stunde einstellte, an den Stückerln feilen. Es wurden Rollen umgebaut und umgeschrieben oder zusätzliche Rollen integriert, bis sie für das Ayinger Publikum „stimmig“ waren. Und manchmal wäre es bestimmt ein riesiger Spaß gewesen, so eine Theaterprobe einfach mal vor Publikum aufzuführen.

Theater wird offizielle Abteilung

Ab 1996 wurde aus der Theatergruppe, bisher der Gymnastikabteilung zugeordnet, eine eigenständige Abteilung unter der Leitung von Annelore Czypulowski. Mit viel Engagement und einem Gespür bei der Auswahl der Stücke leitete Sie die Abteilung bis zum Jahr 2012.

Erstes Adventssingen

Im gleichen Jahr wurde erstmals ein Adventssingen von der Abteilung Theater zu Gunsten kranker und hilfsbedürftiger Kinder organisiert. Seit dieser Zeit hat sich das Adventssingen als fester Bestandteil in Aying etabliert. Unsere Kirche zeigt sich hier immer wieder als eine Einrichtung, in der eine eindrucksvolle, besinnliche und akustisch überragende Stimmung aufkommt. 
Die Theaterabteilung will auch weiterhin jedes Jahr ein Adventssingen für einen guten Zweck organisieren und auf die Beine stellen. Lena Wohlschläger und Maria Fischhaber haben dies im letzten Jahr sehr professionell unter Beweis stellen können, sowohl bei der Organisation als auch beim aktiven Musizieren. Auch Herr Pfarrer Kleinhans gab seine musikalische Leistung an der Orgel zum Besten.

Auftritt auf der Wanderbühne

Sogar auf einer „Wanderbühne“ traten die Ayinger Theaterspieler schon auf. Im Rahmen der SAU AG – dem mittlerweile legendären Kesselfleischessen der männlichen Ayinger Obrigkeit – wurden Einakter wie zum Beispiel „Die Preiskuah“ auf einem zur Bühne umfunktionierten LKW-Anhänger gespielt. Dass die weiblichen Darsteller vor, während und nach den Aufführungen den Grund und Boden der SAU-AG nicht betreten durften, war obligatorisch.

Zu Gast beim Patrozinium

Ab dem Jahr 2017 wurden die Theaterstücke erstmals einem neuen Publikum vorgetragen. Mit Gottes Segen durfte die Theatergruppe dem geweihten Publikum nach dem kleinen Patrozinium unserer Sankt Andreas Kirche den Einakter „Schusterpech und Schwammerlglück“ vorstellen.


So haben sich im Laufe der Jahre weit über 40 Theaterstücke angesammelt. Im Vordergrund stand und steht immer, das Publikum zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Mit viel Witz, Schlagfertigkeit, Improvisation, nicht professionell, aber authentisch, gelang dies oft meisterlich.

Lange Reihe Schauspiel-Koryphäen

Rückwirkend betrachtet haben sich in dieser langen Zeit Schauspiel-Koryphäen entwickelt, die von der Ayinger Bühne nicht mehr wegzudenken sind. So hat es Leo Veicht, der mit viel Herzblut als jahrelanger Leiter (2012 bis 2022), als Regieführer, Drehbuch(um)schreiber und natürlich grandioser Spieler, bis zum Tatortkommissar geschafft. 

Ein weiteres schauspielerisches Talent, dessen Karriere schon in der der Schulzeit begann, als er als kleiner Bub einen der 7 Zwerge spielen durfte, und jetzt mit über 80 Jahren immer noch auf der Bühne steht, seine schauspielerische Größe immer noch unter Beweis stellt, auch wenn er nichts sagt, ist der Ernst Vordermair, ober besser bekannt als Scheida Huaba. Es gibt wohl keine Rolle, die er noch nicht gespielt hat.

Auch Dorle Leschert sei hier nochmals dankend erwähnt. Als Gründungsmitglied von Anfang an dabei, spielte auch sie die verschiedensten Rollen, führte Regie und zeigte sich als Organisationstalent. Sie war verantwortlich für das Bühnenbild, für die Requisiten und immer für die Theatergruppe da.

Neustart nach Corona

Leider musste die Theaterabteilung coronabedingt die letzten Jahre pausieren. Sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. So, wie es sich jedoch abzeichnet, wird heuer wieder eine Sportler-Weihnachtsfeier stattfinden und somit dürfen die Spieler nach mehrjähriger Abstinenz dann endlich wieder Bühnenluft schnuppern und euch, dem dankbaren Publikum, einen netten, lustigen, treffenden Schwank kredenzen. Zusätzliche Aufführungen im Rahmen des Seniorennachmittags sowie nach dem kleinen Patrozinium sind geplant. Die Truppe unter der jetzigen Leitung von Rainer Kratzer (seit 2022) steht in den Startlöchern. Man ist schon fleißig an der Auswahl eines geeigneten Stückes, dessen Inhalt bekanntlich situationsgerecht etwas angepasst auf die Bühne kommen wird….